Leselaunen April 2020 | Sailor Moon und Wolkenbruch

Leselaunen April 2020

Die Leselaunen im April 2020 brachten viele Bücher, weniger Filme und einen lang ersehnten Regenguss (und auch einen Wolkenbruch).

Wenn ich mein Fenster öffne, strömt Fliedergeruch herein. In der Straße steht vor vielen Häusern ein großer Strauch in derzeit schönster Blüte. Hier eine Aufnahme der Katholischen Hofkirche in der Altstadt von Dresden.

Die Leselaunen sind eine Aktion von Trallafittibooks. Ich nehme am Ende jedes Monats teil und schreibe hier über die vergangenen Buch- und Filmwochen.

Aktuelles Buch

Reise zum Mittelpunkt der Erde“ von Jules Verne. Ich habe es vor einigen Jahren schon mal gelesen und es als mein Lieblingsbuch von den drei bekanntesten Verne-Büchern („20.000 Meilen unter dem Meer“ und in „80 Tagen um die Welt“) in Erinnerung behalten. Das hat sich beim Anlesen jetzt wieder bestätigt: Es geht um eine geheimnisvolle Runeninschrift, einen polyglotten Gelehrten und wortkarge Isländer. Ich glaube, es war damals dieses Buch, das mich ernsthaft eine Weile mit dem Studienfach Skandinavistik hat liebäugeln lassen.

Momentane Leselaune

Gut! In diesem Monat habe ich viele kurzweilige Bücher gelesen, die mich wunderbar unterhalten haben und schnell durchgelesen waren. Nach dem unglaublich informativen Sachbuch über lateinamerikanische Literatur Gelbe Schmetterlinge und die Herren Diktatoren von Michi Strausfeld, habe ich „Das Lied des Achill“ von Madeline Miller gelesen und bin in die Welt der Ilias eingetaucht. Es folgten das gleichermaßen lustige wie melancholische Buch von Thomas Meyer „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“ und die bemerkenswerten Kurzgeschichten „Friday Black“ von Nana Kwame Adjei-Brenyah.

Zitat des Monats

„Um fünf Uhr früh setzt die Flaute ein. Die erste Welle von Kunden ist schon zu Hause., schläft oder liegt tot in verschiedenen Winkeln des Einkaufszentrums.“

                                                                       Nana Kwame Adjei-Brenyah, Friday Black

Diese Beiträge sind im letzten Monat online gegangen

Michi Strausfeld: Gelbe Schmetterlinge und die Herren Diktatoren (2019) [Sachbuch]

Friedrich Schiller: Maria Stuart (1800) [Drama]

Zora Neale Hurston: Barracoon. Die Geschichte des letzten amerikanischen Sklaven (1931/2020) [verschollen und wiederentdeckt]

Louise Boije af Gennäs: Scheintod (2020) [schwedischer Thriller]

Filme

Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse handelt von dem orthodoxen Juden Motti Wolkenbruch, der in Zürich seiner großen Liebe begegnet. Nur ist die eine Nichtjüdin – eine Schickse eben. Wie soll er das seiner Mame erklären? Die organisiert nämlich fleißig ein Heiratsdate nach dem anderen mit Mädels aus der Gemeinde…
Film (und auch Buch) sind eigentlich grundmelancholisch: Motti entfremdet sich immer weiter von seiner Familie und will weltlicher leben. Seine Eltern sehen dabei hilflos (und im Fall seiner Mame stinksauer) dabei zu. Aber durch das Aufeinanderprallen der streng orthodoxen Welt mit den Züricher Party People kommt es zu vielen komischen Situationen. Viele der Figuren sind absolut überzeichnet: Die Mame ist eine zum Theatralischen neigende Übermutter, der Tate ein gemütlicher Bär, der eigentlich nur will, dass seine Frau Ruhe gibt. Falls noch Comic Relief nötig war, gibt’s den vom Rabbi. Der Film endet außerdem versöhnlicher als das Buch und lässt einen mit einem Lächeln im Gesicht zurück.

Troja hat mich nach „Das Lied des Achill“ von Madeline Miller schon derb enttäuscht, weil die Story stark vereinfacht und der Liebesgeschichte zwischen Patroklos und Achilles kein Raum eingeräumt wurde. Ist schon fast zynisch, den Liebhaber zum Cousin zu machen. Hollywood war offenbar nicht bereit für eine homosexuelle Liebesgeschichte.

Serien

Sailor Moon Crystal habe ich immer noch nicht ganz gesehen. Die Schurken vom „Dark Moon“ sind gerade besiegt und ich bin gespannt auf das Auftauchen von Uranus und Neptun. Die Serie kommt mir viel erwachsener vor als die erste, es wird mehr gekämpft, weniger gelacht und Sailor Moon füllt ihre Rolle als zukünftige Königin gewissenhaft aus.

Zwar schreitet die Handlung enorm schnell voran, weil Füllfolgen komplett fehlen. Aber auf mich wirkt die Serie trotz der wunderschönen Animationen seelenloser als das 90er-Spektakel. Den Sailor-Kriegerinnen gesteht Crystal weniger Persönlichkeit zu und häufiger als um Freundschaft geht es um Pflichterfüllung. Ich bin gespannt, ob sich dieser Eindruck in der letzten Staffel verfestigt. Bei Interesse findet ihr eine Kurzbeschreibung aller Episoden auf der Fanpage Serenitatis.

Breaking Bad schaue ich derzeit mich echter Begeisterung. Während ich vor einigen Jahren nach der ersten Staffel entnervt aufgegeben habe („Da passiert ja nichts“), kann ich das heute gar nicht mehr nachvollziehen. Ich finde, die Handlung und die Entwicklung des drogenkochenden Chemie-Lehrers schreiten enorm schnell voran. Weil die Serie schon älter und seit einiger Zeit abgeschlossen ist, hoffe ich, bis zum Schluss keine Spoiler über das Ende zu finden, denn ich bin immer noch wirklich gespannt, wohin das letztlich alles führt.

Das Lied des Achill

Und sonst so?

Ich habe das wunderschöne, golden strahlende Buch von Madeline Miller „Das Lied des Achill“ Anfang des Monats bei Anna vom Blog Buchstabenträumerei gewonnen und mich sehr darüber gefreut. Vielen Dank!

Alles Gute für euch im neuen Monat!
Letzte Leselaunen

März 2020 | Kirschblüten und #StayAtHome

Februar 2020 – Abenteuergeschichten und Krankenlager

Januar – Die besten Bücher 2019 und die Little Women

8 Gedanken zu „Leselaunen April 2020 | Sailor Moon und Wolkenbruch

  1. Du hast natürlich Recht mit Troja, aber aus irgendeinem Grund mag ich den Film trotzdem. Kann gar nicht recht erklären warum. Wahrscheinlich weil er was von den alten Sandalenfilmen hat, die ich als Kind geliebt habe. Und ein bisschen liegt es wahrscheinlich auch an Eric Bana als Hector *grins*
    „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ muss ich auch unbedingt mal lesen, hab das schon ewig auf dem Kindle, aber in so einer Billig-Umsonst-Ausgabe, da habe ich so meine Befürchtungen, was die Übersetzung angeht. Bei „Anna Karenina“ ging die Umsonstausgabe echt gar nicht…
    Ich sehe, du liest gerade „Roots“. Hab die alte Serienverfilmung und das Buch geliebt, auch wenn Alex Haley teilweise auch in der Kritik stand.

    1. Oh, Eric Bana als Hector war die einzig sympathische (und vernünftige) Figur in dem ganzen Film! War sehr bitter, dass ich vorher die Geschichte gelesen hatte und auf sein Ende gewartet hab. Die Sandalenfilme habe ich auch gerne gesehen; das hat mich sogar für den Lateinunterricht motiviert. 😀

      „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ mag ich sehr gerne, diese Spielerei mit den Runen und dazu Archäologie… hach. Im Bücherschrank habe ich einige Geschichten von Jules Verne gefunden, die nicht so bekannt sind und von denen ich auch noch keine gelesen habe. Ich bin gespannt, ob die neben den drei bekanntesten bestehen können.
      Hoffentlich ist deine Ausgabe gut lesbar! Ich hatte zuletzt auch irgendwo ,,Die Räuber“ von Schiller als kostenlose Ausgabe begonnen und die Formatierung war so schlecht, dass mir das Lesen zu anstrengend war. Da doch lieber ein paar Cent für ein gebrauchtes Reclam-Heft. Ich habe mich auf Twitter lose mit MissBooleana zum Lesen von 20.000 Meilen unter dem Meer verabredet; der Termin steht noch nicht fest. Wenn du Lust hast, komm gern dazu!

      1. Oh, das klingt gut, wird aber schwierig, ich ziehe bald um und habe neben der Goodreads-Lesegruppe auch noch einen Buddyread eines Michener-Wälzers auf dem Programm. Ich überlege mal, danke für das Angebot 🙂

  2. Hi Jana,
    es ist schon fast etwas peinlich das zuzugeben, aber dank Audible sind vor ein paar Wochen genau die drei Hörbücher von Jules Verne bei mir eingezogen. Ich bin schon sehr gespannt auf die Titel, weil es Titel sind, die gefühlt jede*r kennt.
    Bei der Frage nach der momentanen Leselaune dachte ich zuerst, dass nach dem Genre geragt wird. Also nach dem Motto: „Nach welchem Genre ist dir gerade zumute?“ Deswegen war ich kurz erstaunt, als ich Deine Antwort gelesen habe :-).
    viele Grüße
    Emma

    1. Hallo Emma,
      ist doch super, wenn du jetzt Zugriff auf die bekanntesten Jules-Verne-Romane hast. Ich finde, auch heute noch haben sie weniger was von SciFi als vielmehr so einen Steampunk-Touch, denn die ganzen abenteuerlichen Maschinen wie U-Boote, riesige Bohrmaschinen oder schnelle Weltumrundungen gibt es ja jetzt und es ist ganz spannend zu sehen, wie sich der Autor all diese Sachen mit teils abenteuerlichen Theorien herbei geschrieben hat.
      Ja, die Aktion Leselaunen ist mir mittlerweile richtig lieb geworden, denn sie bietet eine Möglichkeit, auch mal kurz über Filme und Serien oder Bücher zu schreiben, die ich hier auf dem Blog sonst nicht bespreche. Über den Link zu Trallafitti Books findest du auch die Erklärseite zur Aktion- Vielleicht hast du ja Lust, mitzumachen?
      Viele Grüße
      Jana

  3. Hallo Jana,
    die Bücher von Jules Verne mag ich sehr! Mein Favorit ist „20.000 Meilen unter dem Meer“.
    Von Sailor Moon Crystal war ich nach der ersten Staffel enttäuscht, die Animationen waren schlecht und die Geschichte auch einfach zu flott erzählt. Aber die folgenden Staffeln wurden dann besser. Die Serie ist wirklich erwachsener und ich finde es ein bisschen Schade dass sich die Freundschaften nich so schön langsam entiwckeln wie in der alten Serie.

    LG

    1. Hallo Nenatie,
      mit „20.000 Meilen unter dem Meer“ habe ich heute angefangen! Es ist eine kleine Leserunde auf Twitter unter dem Hastag #aufDerNautilus.
      Ja, ich bin auch zwiegespalten, was Sailor Moon Crystal angeht. Die Charakterzüge der Charaktere sind nicht so ausgeprägt wie in der alten Serie, das fehlt mir sehr. Ich bin gerade auch in der zweiten Staffel und freue mich, dass man Neptun und Uranus so viel Raum gibt. Den Rest muss ich mir auch mal bald anschauen.

      Viele Grüße!
      Jana

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