„Stell dir vor, es ist Krieg…

und keiner geht hin“ lautet ein gerade von Anhänger der Friedensbewegung vielzitierter Ausspruch Bertolt Brechts. Vor einiger Zeit stieß ich auf das vollständige Zitat, zu finden in Selbstdenken! 20 Praktiken der Philosophie von Jens Soentgen, dort entnommen aus einer illegalen Brecht-Ausgabe der 60er-Jahre:

„Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin

dann kommt der Krieg zu dir.

Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt

und lässt andere kämpfen für seine Sache

der muss sich vorsehen: denn

wer den Kampf nicht geteilt hat

der wird teilen die Niederlage.

Nicht einmal den Kampf vermeidet

wer den Kampf vermeiden will: denn

er wird kämpfen für die Sache des Feindes

wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.“

Es war mir bisher nicht möglich, diese „illegale Brecht-Ausgabe“ ausfindig zu machen, deshalb die ungenaue Quellenangabe an dieser Stelle. Sollte es sich hier tatsächlich um das vollständige Zitat handeln- wovon ich ausgehe, denn es wurde ja bereits von Soentgen selbst in seiner Authentizität verifiziert- dann wird die Parole der Pazifisten in ihr Gegenteil verkehrt und Brecht zum Kriegsbefürworter.

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