Sagenhaftes aus dem Sauerland

Dunkle Täler, schneebedeckte Hügelkuppen, Wälder so weit das Auge reicht: Das Sauerland ist mit seinen vielen Talsperren, Campingplätzen und Wintersportmöglichkeiten eine beliebte Urlaubsregion im Süden von Nordrhein-Westfalen. Wer sich den Einheimischen nähern will, versucht das am besten auf einem Schützenfest bei einem Bier aus dem Hause Krombach. Wer sich dann von der anfänglichen (und anhaltenden) Sturheit und eigentümlichen Redeweise nicht verschrecken lässt, kommt vielleicht in den Genuss von alten Geschichten aus einer Zeit, in der das „Land der tausend Berge“ Sagen über Hexen, Zwerge und Raubritter hervorbrachte.

Sauerländer Sagenschätze

Die Autoren bereisten viele noch so kleine Dörfer, um die alten Geschichten und Märchen zu sammeln. Dabei stießen sie auf Sagen, die sich um die Entstehung von Höhlen und Felsen drehen oder von brutalen Raubrittern einer längst geschliffenen Burg erzählen. Anders als die bekannten Hausmärchen der Brüder Grimm finden sich im Sauerland keine Könige, Prinzessinnen und Edelleute. Die Sagen handeln vielmehr von einfachen Schneidern, Bauern und Bergarbeitern, die Fabelwesen begegnen und versuchen, über die Runden zu kommen.

Aufgrund der Kürze von einer bis drei Seiten eignen die Geschichten sich ausgezeichnet zum Vorlesen – wenn man die erwähnten Orte bereits besucht hat, ist jede Geschichte ein Fest des Wiedererkennens. Die liebevoll inszenierten Fotografien und der mehrfarbige Druck machen dieses Märchenbuch dazu noch zu einem Augenschmaus.

Für mich als Sauerländerin im Exil ist diese Geschichtensammlung (in der ich glatt das Nachbardorf wiederfand!) eine riesige Freude gewesen. Mentalität und Wortwahl sind einzigartig – da kommen gleich Heimatgefühle auf, woll? Eine ganz große Empfehlung für Sauerländer und alle, die es werden wollen.

Karin Hessmann, Michael Martin: Sauerländer Sagenschätze. Die schönsten Sagen aus dem Land der tausend Berge, Woll Verlag 2017, 184 S., 25 Fotos, ISBN 978-3-9453681-74-1.

Zum Buch auf die Verlagsseite

 

5 Gedanken zu „Sagenhaftes aus dem Sauerland

    1. Auf jeden Fall! Und ich muss mir gleich mal dein Hermann-Rezept abspeichern. Ich habe jahrelang nicht mehr an den Kuchen gedacht, aber in der Schulzeit drei oder vier gehegt und gepflegt. Wie schön, noch einmal darauf zu stoßen. 🙂

    1. Vielen Dank. Ja, unsere Region sollte literarisch viel mehr Beachtung finden! Sollte ich irgendwann mal in die Verlegenheit kommen, selbst ein Buch zu schreiben, kommt das Sauerland garantiert darin vor. 😉

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