Lothar Struck: Grindelwald

Grindelwald

 

In der Autofiktion „Grindelwald“ widmet sich Lothar Struck, der bisher besonders durch seine Publikationen zum Schriftsteller Peter Handke in Erscheinung getreten ist, seiner eigenen Kindheit. Als erwachsener Mann erfährt der Autor vom bevorstehenden Krebstod seines Vaters und lässt seine Beziehung zu ihm Revue passieren. Schonungs- aber nie respektlos berichtet er dem Leser von der väterlichen Spielsucht, die seine Kindheit prägte, ihn selbst zum Spielen brachte, schließlich aber wieder davon entfernte und die Beziehung seiner Eltern belastete.

Für den unerfahrenen Leser eröffnet sich eine neue Welt, in der statt der Tages- die Wettzeitung der Pferderennbahn gelesen wird und man mit dem Gerichtsvollzieher fast schon per Du ist. Das Werk ist mit eigenen Fotos und Briefen bebildert, dadurch erfährt der Leser viel Intimes über Autor und Vater; letzterer bleibt ihm aber bis zum Schluss fremd.

Als „Autofiktion“ betitelt, findet man sich in „Grindelwald“ in einer berührenden Familiengeschichte des Wirtschaftswunder-Deutschlands wieder, die alles andere als fiktiv wirkt. Eine leider sehr kurze, dafür aber umso persönlichere Erzählung.

Lothar Struck, Grindelwald, Mirabilis 2014, 70 S., 10,90€.

Ein Interview mit der Herausgeberin und weiteren Informationen zum Autor findet sich hier.

Das Blog des Autors ist hier einzusehen.

2 Gedanken zu „Lothar Struck: Grindelwald

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