Literaturzeitschrift: Wortschau

Zum ersten Mal die Vorstellung einer Literaturzeitschrift. Eine Zeitschrift nicht über, sondern mit  Literatur. Diese gehen im allgemeinen Getöse um Neuerscheinungen und Long-/Short-/Bestseller-Listen ziemlich unter. Dabei finden sich gerade hier feine unaufgeregte Texte, die sich nicht am Mainstreamgeschmack messen lassen müssen.

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Die dreimal jährlich erscheinende Zeitschrift Wortschau legt sich nicht auf ein literarisches Genre fest. In jeder Ausgabe finden sich Essays, Kurzgeschichten, Lyrik und auch Briefwechsel. Die Aufmachung ist dabei bis auf den Umschlag puristisch in schwarz-weiß gehalten. Für jede Ausgabe arbeiten die beiden Herausgeber Johanna Hansen und Wolfgang Allinger mit einem anderen Künstler zusammen. Bilder von Kunstwerken oder abgedruckte Malerei illustrieren die Werke einzelner Autoren. Die Künstler stammen dabei nicht nur aus Deutschland; von Hongkong über Wuppertal ist vieles dabei.

Die abgedruckten Texte sind in deutscher Sprache gehalten; gerade bei einigen Briefwechseln wurde aber ein deutsch-englischsprachiger Ansatz gewählt. Besonders der Lyrik kommt hier das Format einer Literaturzeitschrift entgegen: Durch die gestalterische Freiheit beim Druck reiht sich nicht Gedicht an Gedicht. Vielmehr konkurrieren ein ungewöhnlicher Drucksatz mit Großdruck und verschiedenen Schriftarten um die Aufmerksamkeit des Lesers und bringen den Inhalt zur Geltung.

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Wolfgang Allinger, Johanna Hansen (Hrsg.), Wortschau, aktuelle Ausgabe Nr. 28: Verborgene Paradiese, dreimal jährlich, 7€.

Hier stellt sich die Wortschau selbst vor.

4 Gedanken zu „Literaturzeitschrift: Wortschau

  1. Ich liebe Literaturzeitschriften, weil sie so herrlich innovativ und experimentell sind. UNd die meist kurzen Texte legen meist richtig viel Wert auf schöne Sprache und Poesie. Das fehlt mir oftmals bei Romanen. Ein kurzer Text kann so intensiv sein und einen wundervollen Nachklang haben, auf eine ganz besonderen Art.

    Die Wortschau gefällt mir schon allein von der Gestaltung, ich mag so ein minimalistisches Design. Viele Literaturzeitschriften haben moderne (sehr moderne) Kunst auf dem Cover, die oftmals leider gar nicht so mein Fall ist.
    Am schönsten vom Inhalt finde ich die Akzente und die Bella Triste hat ein ähnliches Design wie die Wortschau und ist darum auch gerade auf dem Weg zu mir. Die Edit lese ich auch sehr gerne.

    Ich habe bisher „der Poet“ auf meinem Blog vorgestellt, aber ich möchte in Zukunft noch mehr Zeitschriften vorstellen, weil diese viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen, aber sehr bereichernd sind.

    Viele Grüße, Anja

    1. Wie schön, dass du dich so mit Literaturzeitschriften beschäftigst. Einige der Titel kannte ich gar nicht. Vor einiger Zeit bin ich auf ein Crowd-Funding für eine Zeitschrift zur Literatur der Weimarer Zeit aufmerksam geworden. Sie ist leicht über Google oder Facebook zu finden. Die Idee finde ich auch sehr interessant und hoffe, dass das Projekt Erfolg haben wird. Viele Grüße zurück!

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