Letzte Neuzugänge aus Berlin

Bald heißt es „Tschüss, Berlin“. Fleißig Bücher aussortiert habe ich schon. Da können ruhig ein paar neue einziehen, dachte ich mir. Weil ich vor dem Umzug keinen unnötigen Ballast schaffen wollte, habe ich in meinem Lieblings-Second-Hand-Bookshop, dem Café Tasso am Frankfurter Tor, nur Bücher gekauft, die nach dem Lesen auch garantiert bleiben dürfen. Das sind sie:

Neuzugänge März 2019

William Shakespeare – Romeo and Juliet

Viele von Shakespeares Werken stehen noch ungelesen auf meiner Klassikerliste. Als ich die Ausgabe des Cornelsen Verlags gesehen habe, hab ich zugegriffen, denn es handelt sich um eine auf Englisch kommentierte Fassung. Worterklärungen und Hinweise zu mittlerweile ungebräuchlich gewordenen Wendungen kamen mir schon in der Schulzeit bei „Much Ado About Nothing“ zugute. Das war wohl auch mein letzter literarischer Höhenflug auf Englisch. Shakespeare ohne Kommentare wäre für mich definitiv unklug. 

Kenneth Grahame – The Wind in the Willows

„Der Wind in den Weiden“ möchte ich schon ganz lange lesen. Ich weiß gar nicht so recht, worum es geht, aber der Titel klingt mir dann und wann im Ohr. Als ich das Buch in einer gut erhaltenen Ausgabe des Penguin Verlags gesehen habe, musste es mit.

Henry Fielding – Tom Jones

Hier ebenso. Viel gehört und nur eine vage Vorstellung von der Geschichte. Das ändert sich hoffentlich bald.

Lily King – Euphoria

Das letzte englischsprachige Buch meines Einkaufs. Das deutsche Cover hat damals mit seiner Farbenfreude sofort Aufmerksamkeit erregt; ich wollte Lily King aber gern im Original lesen. Dass mir das Buch jetzt mit einem weniger bunten, aber immer noch ansehnlichen Cover, über den Weg lief, passte super.

Lily King Euphoria

Gabriel García Márquez – Laubsturm

Das Buch habe ich aus dem Regal „Gerade eingetroffen“ gefischt. Letztes Jahr habe ich „Hundert Jahre Einsamkeit“ gelesen und es geliebt. Was für eine großartige Schreibe, was für ein umfassendes Familienporträt. (Ich habe gehört, eine Netflix-Serie sei in der Mache?). „Laubsturm“ ist Gabriel García Márquez‘ erster Roman, den er 19-jährig schrieb, und spielt ebenfalls im fiktiven Dorf Macondo.

Kenzaburō Ōe – Verwandte des Lebens

Vor Kenzaburō Ōes Romanen hab ich ein wenig Angst. Es ist kein Zufall, dass die Bücher des Nobelpreisträgers zumindest vom Fischer Verlag ganz in Schwarz verlegt werden. Eine so deprimierende – und dabei großartige! – Geschichte wie zuletzt sein Werk „Eine persönliche Erfahrung“ habe ich selten gelesen. Der Klappentext von „Verwandte des Lebens“ verheißt nichts anderes. Zum Lesen warte ich mal einen sehr sonnigen und warmen Tag ab…

Theodor Fontane – Frau Jenny Treibel

Deshalb bin ich ursprünglich überhaupt in den Buchladen gegangen. Naja, ist etwas eskaliert. Im April startet der Blog 54books unter dem Hashtag #54readsTF eine Leserunde zum Roman. Die Leserunden im Januar zu Maya Angelou und im Februar zu Karin Boyes „Kallocain“ haben mir richtig gut gefallen. Ich freue mich auf den Gedankenaustausch, nachdem mich „Effi Briest“ in der Schule zunächst etwas auf Abstand gehen ließ und ich mit den „Schönsten Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ einen neuen Zugang zu Fontane gefunden habe.


Das war’s erst mal. Neue Buchkäufe müssen aus Gründen der Umzugsökonomie bis Dresden warten. Habt ihr eines der Bücher von oben gelesen und könnt es empfehlen?

2 Gedanken zu „Letzte Neuzugänge aus Berlin

  1. fontane passt doch gerade in seinem 200. jubiläumsjahr sehr gut. aber nicht nur deswegen – ich hab in früher sehr gern gelesen und nicht nur die „wanderungen“. allerdings hatte ich einen vater, der ein ausgesprochener fontanefan war – allerdings mehr bezogen auf das dichtersiche werk. wenn ich mir deine liste so anschaue, hätte ich aber auch auf „laubsturm“ lust…
    viel spaß in dresden übrigens – wir sind ja auch so pendler zwischen berlin und bautzen…

    1. Ich habe Fontane erst letztes Jahr für mich entdeckt. In der Schule empfand ich seine „Effi Briest“ als eine der schwächeren Lektüren und hatte danach lange Zeit keine Lust mehr. Letztes Jahr habe ich dann die Wanderungen gelesen und konnte wunderbar in den humorigen Betrachtungen schwelgen, insbesondere, weil ich einige der beschrieben Orte auch schon selbst besucht hatte. „Frau Jenny Treibel“ habe ich gerade vor ein paar Tagen beendet; obwohl ich es nicht überragend fand, hat sich die Lust auf mehr Fontane eingestellt.

      Danke, ich freue mich nach meinen „Berliner Jahren“ sehr auf Dresden. Bautzen habe ich einmal besucht – was für eine wunderschöne Altstadt!

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