Kenneth Grahame: Der Wind in den Weiden (1908)

Der Wind in den Weiden

Nach Alice im Wunderland und dem Zauberer von Oz ist Kenneth Grahames „Der Wind in den Weiden“ eines der wenigen Kinder-/Jugendbücher, die den Weg auf meine Klassiker-Leseliste gefunden haben.

Niedlich, aber im Kern belanglos

Kurz und schmerzlos: „Der Wind in den Weiden“ war für mich ein Klassiker-Reinfall. Während „Alice im Wunderland“ aufgrund des abstrusen Settings, der Kult-Charaktere und des im Hintergrund schwebenden Pädophilie-Skandals auch aus Erwachsenensicht interessant war, kann ich das von Grahames Geschichtensammlung nicht behaupten. Daher habe ich auch nach etwa der Hälfte und einiger Quälerei abgebrochen.

Die Geschichten um Maulwurf und Ratte waren zwar ganz niedlich, aber ich empfand sie im Kern als belanglos. Wenn der Maulwurf durch den dunklen Wald geht und sich fürchtet, oder – wie gefühlt in jeder Geschichte – mit der Ratte wohlig vollgegessen vorm Kamin sitzt, war ich raus. Anfangs habe ich nach einer weiteren Bedeutungsebene gesucht; sollten Maulwurf und Ratte etwas Größeres verkörpern? Das hatte mir bei „Der Zauberer von Oz“ ganz ausgezeichnet gefallen, hier wurde versteckt immer wieder auf die wirtschaftliche Situation in den USA zu jener Zeit Bezug genommen. Aber bei „Der Wind in den Weiden“? Fehlanzeige. Bestimmt gibt es literaturwissenschaftliche Analysen dazu, aber beim Lesen fehlte es mir an Bedeutung, Spannung, ja manchmal sogar an Handlung.

Fazit

Kenneth Grahames „Der Wind in den Weiden“ war leider nichts für mich. Es war aber auch der letzte Kinderbuch-Klassiker auf der Leseliste und ich bin froh, dass ich mit Alice und dem Zauberer von Oz zuerst zwei Geschichten erwischt habe, die mir besser gefallen haben.


Kenneth Grahame, Der Wind in den Weiden, OT: The Wind in the Willows, 1908.

Kennt ihr die Geschichte von Maulwurf und Ratte am Fluss? Könnt ihr vielleicht eine nette Verfilmung empfehlen? Lest ihr ab und zu noch eine dieser Geschichten, die einem gefühlt immer wieder über den Weg laufen, oder seid ihr „aus dem Alter raus“?

4 Gedanken zu „Kenneth Grahame: Der Wind in den Weiden (1908)

    1. Uh, die Geschichten um Toad – so weit ich sie gelesen habe – fand ich ziemlich schwierig. Klar ist die Figur ein waghalsiger Dummkopf, aber dass ihn Maulwurf und Ratte einsperren und ihn bevormunden fand ich dann auch nicht richtig… Mir gingen leider irgendwann auch Maulwurf und Ratte auf die Nerven 😀 Aber die Mäusejungen fand ich ganz süß, auch wenn hier irgendwie ein Klassenunterschied thematisiert wurde („Hier Junge hast du einen Penny, und jetzt geh mir das und das holen“). Hmm. Na ja, ich denke, das Buch findet demnächst den Weg in einen Bücherschrank, hoffentlich gefällt es jemand anderem besser als mir. 🙂

  1. Schade, dass das Buch nichts für dich war. Bei mir steht es leider noch ungelesen im Regal (aber immerhin mit schönen Illustrationen :)). Ich lese Kinderbücher aber tatsächlich noch als genau das, was sie sind: Bücher für Kinder. Die müssen keine tieferen Motive oder Intentionen haben, als einfach gute Geschichten zu erzählen und interessante Figuren zu haben. Wenn dann doch mal mehr darin steckt, ist das natürlich perfekt. Hält ein Buch für Kinder wie Erwachsene gleichermaßen „Material“ bereit, ist das dann ganz große Kunst und ein Meisterstück.

    Interessant finde ich übrigens immer, was für historische oder politische Aspekte in den Zauberer von Oz hinein gelesen werden. Denn Baum hat während seines Lebens tatsächlich immer wieder betont, dass er mit seinem Buch (oder den Folgebänden) keinerlei Intention als Unterhaltung verfolgte und er darin keineswegs irgendwelche realen Umstände verarbeitet hat.

    1. Ja, mit diesem Kinderbuch habe ich mich ein wenig vergriffen. Aber zum Vorlesen für Kinder halte ich es sehr geeignet. Es sind schon süße Geschichten, nicht Furcht einflößend, ich fands insgesamt schon kindgerecht. In der Hinsicht kann ich das Buch empfehlen, nur zum Selbstlesen war es mir persönlich zu langweilig.
      Ich habe das über Baum auch gelesen; spannend, dass so viel Politisches in eine Geschichte hineingelesen wird, deren Autor das gar nicht intendiert hat. Wurde dann vielleicht auch instrumentalisiert; aber einen großen Überblick über die Sekundärliteratur habe ich da leider nicht. Aber du hast Recht: Ein Kinderbuch, das Kinder und Erwachsene gleichzeitig auf zwei Ebenen unterhalten kann, ist wirklich ein Meisterwerk.

      Herzliche Grüße!
      Jana

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